Skip to content skip to primary navi skip to secondary navi skip to meta navi search

Information zur aktuellen Situation COVID19 und Hodgkin Lymphom (Stand 27.03.2020)

Das Coronavirus, auch SARS-CoV-2 genannt, verursacht eine Atemwegsinfektion, die langsam verläuft und vor allem in der zweiten Woche eine starke Entzündungsreaktion verursachen kann. Eine symptomatische SARS-CoV-2 Infektion wird COVID-19 genannt. COVID-19 kann einen sehr schwerwiegenden Verlauf nehmen.

Aktuell ist das Wissen um diese Erkrankung und Ihre Verläufe noch begrenzt. Daher basieren die Empfehlungen auf dem aktuellen Wissensstand und können sich ändern. Allgemeine Informationen gibt es auch auf den Seiten des RKI.

Wenn Sie an einem Hodgkin Lymphom erkrankt sind und aktuell eine Chemotherapie bekommen oder bekommen haben, dann machen Ihnen die Warnungen vor einer SARS-COV-2 Infektion bei Krebspatienten sicher besonders große Sorgen. Und natürlich sollen und wollen Sie alles unternehmen, um sich vor einer Infektion zu schützen und trotzdem Ihre Erkrankung zu behandeln. Wir wollen Ihnen im Folgenden einen Blick auf die Fragen werfen, die sich Ihnen stellen könnten und was wir aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht dazu sagen können.

Dafür müssen wir als erstes feststellen, dass es kein spezifisches Wissen für Ihre Situation gibt. Fast alle Informationen zu viralen Atemwegserkrankungen von Krebspatienten sind bei Patient*innen erhoben worden, die im Durchschnitt etwa 30 Jahre älter als Hodgkin Lymphom Patient*innen und sehr häufig in einem viel schlechteren Allgemeinzustand sind und zudem noch weitere Begleiterkrankungen haben. Bitte lassen Sie sich daher nicht von Zahlen aus dem Internet verunsichern, die hohe Sterblichkeit bei „Grippe und Krebs“ oder „Corona und Krebs“ suggerieren. Das stimmt zwar, aber es trifft wahrscheinlich nicht auf Sie als Hodgkin Lymphom Patient*in zu!

Die Kenntnisse aus der Gruppe der Krebspatienten kann also nur mit großer Vorsicht auf Hodgkin Lymphom Patient*innen übertragen werden. Trotz der großen Unsicherheit für jede Empfehlung, möchten wir so gut es geht, mit Ihnen unsere Einschätzung der Lage teilen. Was wir relativ gut von der „Grippe“ (Influenza A) und Chemotherapie bei Lymphomen wissen ist:

  • Die Kontrolle der Krebserkrankung ist der beste Schutz vor einer Infektion oder einem schweren Verlauf. Dieses Wissen ist belastbar und sollte Ihnen bewusst sein.
  • Chemotherapie kann zu einer Erniedrigung der weißen Blutkörperchen (Leukozyten, insbesondere neutrophile Granulozyten und Lymphozyten) führen und somit das Immunsystem schwächen. Diese Schwächung ist nicht vollständig. Mit anderen Worten: Chemotherapie stört Ihr Immunsystem, aber zerstört es nicht.
  • Alter ist ein Risikofaktor (wobei das Risiko für schwere Verläufe einer Infektion im Allgemeinen etwa ab dem 50. Lebensjahr ansteigt),
  • Zusätzliche Erkrankungen (zum Beispiel Herz- oder Lungenerkrankungen) sind Risikofaktoren für schwere Verläufe viraler Infektionen.

In dieser Situation, in der eine hohe Infektionsgefahr durch ein neues Virus besteht und verschiedene Faktoren, nämlich das Hodgkin Lymphom und die Therapie gegen das Hodgkin Lymphom, diese Infektion schwerer machen können, stellt sich also die Frage: Ist die Schwächung des Immunsystems durch die Chemotherapie oder die Schwächung des Immunsystems durch das Hodgkin Lymphom selber für Sie gefährlicher? Das Hodgkin Lymphom verursacht anders als die meisten anderen Lymphome und Krebserkrankungen eine sehr ausgeprägte Schwächung und Unterdrückung des Immunsystems. Unsere Einschätzung ist daher, dass die Krebserkrankung, also das Hodgkin Lymphom, als größeres Risiko zu betrachten und deshalb zu behandeln ist. nwrmFür Sie als Hodgkin Lymphom Patient*in gilt diese Risikoabwägung zugunsten der Behandlung in besonderem Maße. Ihr Arzt/ Ihre Ärztin wird dies im Einzelfall individuell mit Ihnen besprechen und die unterschiedlichen Risiken abwägen.

Wir haben Antworten auf praktische Fragen formuliert und in einem kurzen Q&A zusammengefasst.

Weitere Informationen zum Thema Corona und Krebs können über die Seite des Krebsinformationsdienstes des DKFZ erhalten.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hält Informationen zur Hygiene und Verhaltensweisen bereit.

Die deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs hat ebenfalls ein umfangreiches, gut verständliches Informationsangebot für (nicht nur junge) Patienten mit Krebs zum Thema COVID19  Infektion.

Fragen und Antworten

» Zu den Fragen und Antworten

Sollten Sie weiterhin Fragen zum Thema haben, die nicht beantwortet werden, so können Sie sich auch weiterhin per E-Mail bei uns melden.

Die E-Mail-Addresse lautet: dhsg@uk-koeln.de.