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Strahlentherapie

Die Strahlentherapie ist eine lokal begrenzte Behandlung und findet heutzutage fast ausschließlich als Ergänzung zur Chemotherapie statt. Idealerweise wird der Tumor im Bestrahlungsfeld radikal vernichtet, das umliegende gesunde Gewebe aber möglichst geschont. Dies gelingt nur, wenn die Strahlenempfindlichkeit des Tumorgewebes im Vergleich zu den gesunden Geweben entsprechend groß ist. Dies ist beim Hodgkin Lymphom der Fall. Technische Voraussetzung ist die Einstrahlung von Energien im Megavolt-Bereich mit Linearbeschleunigern. Mit dieser Technik lassen sich Tumore in jeder Tiefe des Körpers mit hohen Strahlendosen angehen, ohne das gesunde Gewebe stärker zu schädigen. Die Stärke der Bestrahlung wird in Gray (Gy), dem Maß für die pro Gewichtsvolumen absorbierte Energiemenge angegeben.

Die früher praktizierte alleinige Bestrahlung (ohne vorhergehende Chemotherapie) von Hodgkin-Patienten in den frühen Stadien wird heute in der Regel nicht mehr durchgeführt. Eine Ausnahme stellt das „noduläre lymphozyten-prädominante Hodgkin Lymphom“ im Stadium IA dar (siehe oben).

Die Fortschritte auf dem Gebiet der Behandlung der Hodgkin Lymphome haben auch dazu geführt, dass die Bestrahlungsfelder heutzutage wesentlich kleiner gewählt werden können. Früher wurden sogenannte Großfelder unter Einschluss der Lymphom-Tumore und aller angrenzenden Lymphknotenregionen bestrahlt (EF = Extended Field; Abbildung I)

Heute werden im Anschluss an die Chemotherapie nur noch sehr begrenzte Felder bestrahlt. Man spricht von einer Bestrahlung des betroffenen bzw. "involvierten" Gewebes (Involved Field-Radiotherapie, Abbildung II).

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Abbildung I:

Radiotherapie (RT)-Volumen eines Patienten mit HL im Stadium I: Befall links zervikal. (I) Typisches Extended Field RT-Volumen (Mantelfeld plus Paraaortalregion, Milz und Milzhilus)

Abbildung II:

Für den gleichen Patienten schließt das Involved Field RT-Volumen lediglich die gesamte linke Halsseite ein (hochzervikale, zervikale, supra- und infraklavikuläre Lymphknoten) ein.

Die Standard-Strahlendosis in der GHSG ist heute 30 Gray. Bei einer täglichen Bestrahlung mit Einzeldosen von 1,8 - 2,0 Gray fünfmal pro Woche ergibt sich eine Behandlungsdauer von etwa 2 - 4 Wochen. 

In frühen Stadien ohne Risikofaktoren wird auf Basis der Ergebnisse der HD10 Studie eine Involved Field-Radiotherapie mit einer Gesamtstrahlenbelastung von 20 Gray durchgeführt, in intermediären Stadien mit 30 Gray. In den fortgeschrittenen Stadien hängt die Bestrahlung vom Ergebnis einer Untersuchung mit dem Positronen-Emissions-Tomographen (PET) ab: Die Bestrahlung (auf Restgewebe mit Durchmesser ≥ 2,5 cm) erfolgt nur, wenn das PET einen positiven Befund des Restgewebes zeigt.